Szenische Lesung: Karel Capek – Der Krieg mit den Molchen

Szenische Lesung und Buchvorstellung mit dem Schauspieler Christoph Wehr Donnerstag, 10. Oktober 2019 um 20 Uhr Einleitung Dr. Christina Frankenberg, Tschechisches Zentrum Moderation: Yvonne de Andrés Eintritt frei! Sie sind herzlich eingeladen!          

NACHLESE

Hier zunächst einige Bilder von der Veranstaltung: [tribulant_slideshow gallery_id="92"]  

Christoph Wehr verfrachtete die Zuschauer mit viel Humor in in die Südsee Capeks. Gemeinsam mit Cäpt’n van Toch wurden unbekannte Inseln erkundigt und unheimliche Meeresbewohner, die sprachbegabten Riesenmolche, kennengelernt. In seinem Vortrag servierte er den Gästen genüßlich besonders die vielen humorvollen Passagen in der eigentlich tragischen Geschichte - wobei er die farbenfrohen Illustrationen von Hans Ticha schauspielerisch umsetzte. Das Zuhörensehen machte einfach Spaß. Das ganze wurde durch die Ein- und Ausleitung von Yvonne de Andrés informativ abgerundet.

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Diese Satire auf die Verhältnisse am Vorabend des Zweiten Weltkriegs hat bis heute nichts an Gültigkeit verloren: Lange blieben sie der Welt verborgen, die sprachbegabten Riesenmolche. Von ihren Entdeckern als Arbeitskräfte missbraucht, rebellieren sie gegen ihre Ausbeuter. Ein Krieg um die Weltherrschaft beginnt … Karel Čapeks erstmals 1936 erschienener Roman ist eine parodistische Materialsammlung unterschiedlichster Textgattungen. Hans Ticha würdigt dies mit einer illustrativen Wundertüte an Stilrichtungen und Ideen. Bei der Büchergilde erschien die von Hans Ticha illustrierte Variante des Romans bereits 1990 und 2016 — und nun ist das Kultbuch endlich wieder erhältlich!

Karel Čapek, 1890 bis 1938, zählt zu den bedeutendsten tschechischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Früh thematisierte er die Bedrohung durch Diktaturen, warnte vor Faschismus und Nationalismus und lehnte den Kommunismus ab. Er hinterlässt Erzählungen, Romane, Theaterstücke und Feuilletons.

Hans Ticha, geboren 1940, studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seit 1970 arbeitet er als freischaffender Künstler. Er illustrierte bislang etwa 100 Bücher und ist eine feste Größe der deutschen Buchkultur. Für die Büchergilde illustrierte er Gedichtbände von Ernst Jandl, Erich Kästner, Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky und Christian Morgenstern.

Christoph Wehr ist der Leiter von drama-TISCH und der Regisseur von Kabale und Liebe. Er führt Regie und spielt in Kriegskunst. Dem Studium der angewandten Theaterwissenschaft in Gießen folgte sein Schauspielstudium in Hannover. Nach Schauspielengagements an verschiedenen Stadttheatern legte er seinen Arbeitsschwerpunkt auf ausbildnerische und anleitende Tätigkeiten im Berufs- und Amateurtheater. Heute arbeitet Christoph Wehr als Theaterpädagoge, Dozent und Regisseur. Er sammelte tiefgreifende Erfahrungen in der Planung, Anleitung und Umsetzung von Theaterprojekten, Inszenierungen und Workshops.