Annika Siems – „Der dritte Mann“

© Martin Mascheski

Lesung und Konzert

Unsere Auszubildende Ina Schulz hat sich als Abschlussarbeit etwas Besonderes vorgenommen:
Annika Siems präsentiert den von ihr illustrierten Kultkrimi von Graham Greene, Marius Moritz begleitet auf dem Klavier, Ina Schulz führt das Gespräch.

Am 27. April um 20 Uhr

Nachlese

Zuerst wurden die beiden Protagonistinnen des Abends ins rechte Licht gesetzt. Die ersten Takte des Harry-Lime-Themas erklangen und „Der Dritte Mann“ war unter den Gästen. In einem lockeren, aufschlussreichen Gespräch konnten die Zuhörer durch die gezielten Fragen von Ina Schulz nicht nur eine sympathische Künstlerin, sondern auch die vielen Herangehensweisen an eine Illustration kennenlernen. Techniken, Öl oder Aquarell, Farben, Umsetzung des Textes in Bildform, zu Hause allein oder im Atelier mit Kollegen? Annika Siems schilderte sehr anschaulich und interessant, wie sie sich dem großen Filmklassiker genähert hat. Kennen Sie das „Dritte Mann Museum“ in Wien? Die historischen Dokumente aus der Nachkriegszeit in Wien, hunderte von Büchern, Bildmaterial und Originalexponate haben Annika Siems sehr beeindruckt, ein Gefühl dieser Zeit vermittelt und ihr einen wichtigen Zugang zum Thema eröffnet. Die Zuhörer spürten den Elan, mit dem sie an diese Arbeit herangegangen ist. Die Freude darüber, die Herausforderung des Textes und die Filmbilder im Kopf dadurch gemeistert zu haben, dass sie mit ihren Sepia-Aquarellen einen eigenen, speziellen Ausdruck geschaffen hat. Die gelesenen Passagen aus dem Roman, die gezeigten Lichtbilder des Entstehungsprozesses und die musikalische Umrahmung durch Marius Moritz mit seinen Interpretationen des Themas ergänzten das Gespräch auf eindrucksvolle Weise.

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Graham Greene – Der Dritte Mann

Wien 1945. Die Alliierten haben die Stadt besetzt; der Schwarzmarkt blüht. Der mittelmäßig erfolgreiche Schriftsteller Rollo Martins kommt auf Einladung seines Jugendfreundes Harry Lime in die Stadt – allerdings nur noch rechtzeitig zu Limes Bestattung. Angeblich kam dieser bei einem Autounfall ums Leben. Nachdem Martins vom Erzähler, dem britischen Major Calloway, verhört worden ist, kommen ihm Zweifel: War Harry Lime in Wahrheit der gewissenlose Kopf einer Schieberbande? Martins ermittelt auf eigene Faust. Dabei kreuzt immer wieder ein geheimnisvoller dritter Mann seine Wege. Illustratorin Anna Siems setzt Greenes bekanntestes Buch eindrucksvoll in Szene. In ihren Sepia-Aquarellen werden Wahrzeichen und Untergrund der österreichischen Hauptstadt zur Kulisse eines düsteren Versteckspiels zwischen Licht und Schatten. Der dritte Mann ist ein beispielloses Zeitdokument der Nachkriegsgeschichte und verführt mit schwarzem Humor und erzählerischer Tiefe.

 

© Martin Mascheski

Annika Siems wurde 1984 in der Nähe von Hamburg geboren. Sie studierte Mode und Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg sowie an der École nationale supérieure des Arts Décoratifs in Paris. Seit ihrem Diplom arbeitet sie als freischaffende Künstlerin, ihre Arbeiten werden international ausgestellt.

Homepage von Annika Siems

 


Marius Moritz wurde 1990 in Magdeburg geboren und kam als Autodidakt zum Jazz. Schon während seines Studiums an der HfM Dresden (BA JRP-Klavier und MA JRP-Komposition) arbeitete er spartenübergreifend und beschäftigte sich mit den verschiedensten Facetten improvisierter Musik. Viele Lehrer wie u.a. Thomas Zoller, Günter „Baby“ Sommer und Till Brönner gaben dafür entscheidende Impulse, ebenso seine Konzerttätigkeit mit unterschiedlichsten Ensembles in ganz Deutschland, Frankreich, Belgien, Polen Tschechien, der Schweiz sowie den USA. Seit kurzem ist er Dozent der HfM Dresden.

 

Marius Moritz an der HfM Dresden

© Martin Mascheski