Günter Umbreit – Stadtplan-Porträts

Günter Umbreit

Stadtplan-Porträts

8. Oktober bis 31. Dezember 2018

Eröffnung in Anwesenheit des Künstlers am Montag, den 8. Oktober um 20 Uhr

Einführung von Diethelm Kaiser

Sie sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei!

 

 

Sie haben sicher schon viele verschiedene Arten von Porträts gesehen. In dieser Ausstellung können Sie eine besondere Porträtgestaltung kennenlernen: Stadtplan-Porträts. Diese Gattung ist eine Erfindung des Künstlers Günter Umbreit.

Die Erfindung der Stadtplan-Porträts

Stadtpläne sind auf Reisen wichtige Orientierungshilfen. Zufällig oder bewusst wandelte ich in europäischen Städten mit ihnen auf den Spuren von Künstlern, Wissenschaftlern oder Musikern. Nehme ich die Redewendung vom „Gesicht einer Stadt“ wörtlich, so werden Straßenzüge zu Gesichtszügen. So fügte sich ein Zusammenhang zwischen dem „Genius Loci“ und der kartographierten Stadtlandschaft. Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts entwickelte ich eine Serie von „ Stadtplan-Porträts“. Ich begann mit den ausgelobten Kulturhauptstädten Europas. Stadtpläne integrierte ich als innovative Bildelemente in die Antlitze schöpferischer Persönlichkeiten; porträtierte sie ohne karikierende Absicht, verwoben mit den Topografien ihrer Herkunft oder Wirkungsstätten. Die Gesichter entwickelte ich aus der grafischen Struktur der Pläne heraus, nicht nur auf diesen im Sinne von Hintergrund. Dieser „spricht“ entscheidend mit und verwandelt sich perspektivisch, d. h. er wirkt plastisch. So mutiert die städtische Parzelle von oben betrachtet zur Epidermis des Bildes und facettiert das Antlitz. Einstein sagte: „ … das Schönste, was es auf der Welt gibt, ist ein leuchtendes Gesicht.“ (Günter Umbreit 2003)

Günter Umbreit, 1951 in Bad Rothenfelde geboren, 1972 Studienbeginn in Berlin, 1978 Abschluss mit dem Staatsexamen in Kunstpädagogik. Seit 1982 arbeitet er als freischaffender Bildender Künstler, sein Alleinstellungsmerkmal ist 1990 die Erfindung der Stadtplan-Porträts. Hervorzuheben ist das Titelbild Humboldtbrüder (gab es zuvor nicht als Doppelporträt) zum Humboldtjahr 2010 in Berlin. Zahlreiche Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen.

Diethelm Kaiser, geboren 1957, studierte Germanistik, Philosophie, Kunstgeschichte und Pädagogik in Bonn. Er war Wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Hagen und Bonn sowie Lehrbeauftragter an der Universität Potsdam. Von 2001 bis 2016 arbeitete er als Cheflektor, zuletzt auch als Programmleiter beim Berliner Nicolai-Verlag. Als Autor und Herausgeber hat er diverse Bücher publiziert, unter anderem über Paul Gauguin, das Hotel Adlon und über die Berliner Malergruppe „Die Schule der neuen Prächtigkeit“.